#feineNotes:


Liebe Leser,

 

unter diesem Thema können Sie die von mir verfassten Notizen zu den unterschiedlichsten Whiskys, die ich bislang verkostet habe, nachlesen.

Die Idee mit dem # stammt aus der Facebook-Gruppe: "Whisky.de - Treffpunkt feiner Geister" und dient der Übersicht bzw. der Möglichkeit einen solchen Post wiederzufinden. Diese Suchmöglichkeit gibt es auch hier. Verwenden Sie die Tastenkombination Strg + F und geben Sie die in der Übersicht aufgezeigten Nummern, samt dem #, ein, dann finden sie ganz leicht die gewünschten Notes.

 

Viel Spaß beim Stöbern!


Übersicht:

#1 Bunnahabhain Eirig na Greine

#2 Ballechin Manzanilla Sherry Cask

#3 Ballechin Burgundy Cask

#4 Ardmore von "The Barreliers"

#5 Macduff von den "Brothers in Malt"

#6 Mackmyra Special 08 Handpicked 2012

#7 Glen Moray Peated Port Cask

#8 The Temple Bar Irish Whiskey

#9 Laddie Valinch 23 "Julie Chalmers"

#10 Fassprojekt IV Pfälzer Leidenschaft Speyside Cask Strenght trifft

auf Pedro Ximènez Sherry

#11 Tomatin Oloroso Sherry Cask

#12 Benriach 17 Pedro Ximenez Sherry Finish

#13 Single Cask Exclusives „Islay“ Moscatel Finish

#14 Octomore Masterclass 08.3

#15 Bruichladdich Crew Vintage 2007 Rivesaltes Cask

#16 Green Spot Chateau Leoville Barton

#17 Fassprojekt Pfälzer Leidenschaft: Islay Single Malt Whisky trifft Monbazillac

#18 Bunnahabhain „Local Dealer Selection“

#19 Bunnahabhain Limited Release Pedro Ximenez Finish

#20 Miltonduff " The Barreliers"


#1 Bunnahabhain Eirigh na Greine!

Ich bin bekennender Bunnahabhain Liebhaber, doch als ich letztens in meinen Whiskyschrank schaute stellte ich fest...hmm nur UA's (unabhängige Abfüller) von Bunnahabhain...ich kenne eigentlich die Produkte der Destille kaum, also musste einer her.

Dank der Empfehlung und Hilfe meiner Freunde Volker und Susanne bekam ich eine Flasche und ein Sample.

 

Allgemeines: Die Destillerie Bunnahabhain liegt auf der Insel Islay, welche zu Schottland gehört und für ihre rauchigen Single Malts bekannt ist. Rauchig daher, weil das verwendete Gerstenmalz mit besonderem Inseltorf gedarrt wird. Dieses rauchige Malz verändert den Whisky grundsätzlich, sodass er mit den Vertretern aus der Speyside / den Highlands eigentlich nicht mehr vergleichbar ist. Eben etwas besonderes! Hinzu kommt, dass die Lagerhäuser der Islay-Destillen häufig am Meer liegen und so die frische Atlantik-Luft auch ihren Teil zum Reifeprozess beiträgt.

Bunnahabhain (was ich bisher kenne und liebe) ist aber im Torfbereich noch absolut genießbar und schmeckt nicht nach kaltem Aschenbecher oder totem Lagerfeuer. Jetzt aber mal zum Whisky selbst!

 

Farbe: Reifes strohgold

 

Nase: Der Bunna erhielt reichlich Zeit zum Atmen und konnte schöne Aromen im Raum streuen. Bereits deutlich vor dem Glencairn-Glas riecht man etwas süßliches! Im Glas dann Weinaromen und zwar richtig angenehm! Kein schwerer dunkler Rotwein, sonder eher würzig und reif kommt dieser Bunnahabhain daher. Durch die Tatsache, dass in der Nachreifung italienische und französische Weinfässer verwendet wurden finde ich es schwierig mehr Details zu erschnüffeln! Insgesamt einfach lecker, doch jetzt zum Probieren!

 

Geschmack: Leichte würzige Noten, eine angenehme Süße und Nuancen vom Holzfass der Weinfässer! Eine angenehme Fruchtigkeit macht sich im Mund breit. Welche Frucht? Keine Ahnung!

 

Abgang/Gaumen: Angenehm warm im Abgang fließt der Whisky die Kehle runter. Der Geschmack hält an, wenn auch der dominante erste Eindruck schnell verschwindet. Er bleibt lang erhalten und gerade im Abgang machen sich die Weinfässer nochmal breit. Bei geschlossenen Augen könnte ich mich in einem dunklen alten Weinkeller zur Zeit der Weinlese befinden. Toll! Das war er!

 

Mein Fazit: Ein toller Single Malt, bezahlbar, verfügbar und ein Freund für den spontanen Genuss. Es muss auch den sogenannten Daily Whisky geben...nur besondere Sachen bedeuten dann ja nämlich kaum Whisky trinken, denn nicht jeder Tag ist was besonderes! Klare Empfehlung!  


#2 Ballechin Manzanilla Sherry Cask 2004/2016 - 12 Jahre

 

Am heutigen Abend findet eine Premiere statt, denn zum ersten Mal verkoste ich einen Whisky aus dem Spiegelau Vinum Nosingglas. Eine spannende Erfahrung, aber wie ihr gleich lesen werdet eine absolut lohnenswerte!

 

Allgemeines: Ballechins sind die rauchigen Abfüllungen der Edradour Destillery aus den schottischen Highlands. Eine kleine aber sehr feine Destille mit durchaus leckeren Tropfen und einer gewissen Experimentierfreudigkeit, wenn man betrachtet was schon alles produziert wurde! 

 

Name: Ballechin Manzanilla Sherry Cask

Destilliert: 01.06.2004 / Abgefüllt: 28.10.2016

Fass Typ: First Fill Manzanilla Sherry / Fass Nummer: 278

Vol.: 55,6 % / Flaschenzahl: 495

 

Geruch: Der Whisky hat mindestens 15 Minuten Zeit zum Atmen gehabt und konnte sich entfalten...aber wie...man riecht von weitem den Rauch und eine mitschwingende Süße!

Nimmt man das Glas zur Hand dann wird das ganze schon deutlicher, aber auch vielfältiger. Nicht nur Rauch sondern auch deutlicher Sherryeinfluss...aber ein neuer / anderer, den Manzanilla hatte ich bis heute noch nicht. Ich erahne geröstete Mandeln und entfernt dunkle Frucht...vielleicht etwas in Richtung Pflaumen oder Brombeeren. Lecker jedenfalls! So langsam bekommt man Lust auch mal zu probieren.

 

Geschmack: Wohooo...bin ich gerade in ein Blumenbeet gefallen? Saftige erdige Noten...vermutlich vorm verwendeten Torf. Sehr intensiv. Die Süße weicht fast komplett. Interessant und auch irgendwie lecker...vom Hocker haut es mich aber nicht...da fehlt mir ein bisschen mehr Vielfältigkeit im Mund!

 

Abgang: zunächst kräftig und intensiv. Leichte Anklänge von Nuss...vielleicht ist es ein Rest der gerösteten Mandeln. Der Whisky bleibt noch ein paar Augenblicke präsent und man merkt an den Innenseiten der Wangen den Rauchgehalt wie ich ihn von Bowmores o.ä. kenne.

 

Mein Fazit: sollte man Probieren um mitreden zu können. Ich brauche davon keine ganze Flasche, da mir der Whisky einfach zu wenige Facetten bietet...mir fehlen die Ecken ind Kanten!


#3 Ballechin Burgundy Cask

 

Auf dem Programm steht der zweite neue Ballechin aus der Edradour Destillery, nämlich der Ballechin Burgundy Cask!

 

Name: Ballechin Burgundy Cask

Destilliert: 21.01.2004

Abgefüllt: 06.07.2016

Fass Typ: Burgundy Winecask

Cask Nummer: 15

Vol.: 52,2 %

Flaschenzahl: 281

 

Zum Geruch: Wooow! Tolle Süße und dunkle Früchte, lecker eingebunden in eine nicht unangenehme alkoholische Note. Auch hier zeigen sich wieder die Vorteile des Vinum-Tastingglases...tolle Aromen durch den großen Glaskörper. Im Hintergrund ist ein schönes Wechselspiel zwischen dem Rauch und Frucht zu vernehmen. Dass der Whisky in einem Weinfass gereift ist, kann, will und braucht er nicht verheimlichen! Absolut toll und mega lecker! Angenehme Noten des Burgunders, sodass man sich direkt in einen alten französischen Weinkeller versetzt fühlt. Die Lust diesen Whisky zu probieren wird von Minute zu Minute größer...ich will nicht mehr warten!

 

Zum Geschmack: Beim ersten Kontakt von Whisky und Zunge ist der Rauch sofort spürbar, doch der Wein lässt ihn nicht alleine, sodass man einen leckeren Kontrast im Mund spürt. Die leicht ölige Konsistenz tut ihr übriges zu diesem Whisky.

Die Fruchtigkeit bleibt im Mund, doch es konzentriert sich in eine Richtung...hmmm was kann das denn sein? Ich kann es euch nicht sagen, aber es ist toll!

 

Zum Abgang: Leckere, langanhaltende Mischung aus Rauch und der mitschwingenden Weinsüße! Der Whisky arbeitet noch richtig nach im Mund und zeigt sich extrem facettenreich!

 

Mein Fazit: Toller Single Malt, klasse Arbeit der Destille, tolle Fassauswahl und absolute Feinarbeit des Master Destillers. Ich bin wirklich extrem begeistert und werde mir wohl eine Flasche dieses leckeren Whiskys zulegen. Die Mischung / Kombination ist einfach sehr gut gelungen und bestätigt einfach wie sehr ich Weinlagerungen mag! Ich war eben erschrocken, da die Notes recht knapp ausgefallen sind, aber das macht in dem Fall nichts...kurz und knackig...Toll!

 


#4 Ardmore von "The Barreliers"

 

Destilliert: 30.06.2010

Abgefüllt: 09.02.2017

Fass No.: 803516

Vol.: 62,5%

 

Farbe: Der Ardmore ist schön hell, was auch typisch ist für eine junge Bourbonlagerung. Nicht immer muss es colaähnlich sein.

 

Nase: Der Ardmore zeigt direkt alles im Riedel Vinum Glas und kommt frech daher. Kräftiger Geruch, aber keineswegs unangenehm. Eine leckere fruchtige evtl. leicht florale Süße. Ich denke irgendwie an einen tollen Obstsalat mit hellen Früchten. Sehr angenehm. Man fühlt sich direkt in einen lauen Sommerabend versetzt. Im Garten sitzend, der Hof noch warm vom Tag...einfach gemütlich.

Vom Rauch den der Ardmore haben sollte kommt eigentlich gar nicht viel an. Lässt man den Whisky im Glas fließen, dann kommt er ganz subtil, lecker und angenehm. Schön eingebunden und nicht penetrant, sodass das Fruchtkompott durchaus eine Chance hat und sich zu behaupten weiß.

Ich mag die jungen Wilden, denn sie zeigen ihre Ecken und Kanten, dass ist eine Herausforderung für die Nase ;-).

 

Geschmack: Jetzt hab ich aber Lust das Ganze auch endlich mal zu probieren....WOW...der hat ja mal richtig Kraft...die 62,5% verstecken sich nicht, getreu dem Motto "ist er zu stark bist du zu schwach" zeigt der Ardmore-Jüngling was er kann. Den Rauch merkt man hier schon deutlicher und er verteilt sich schön angenehm im Mund. Nach ein paar Sekunden kommt auch direkt die vorhandene Süße zurück und kämpft gegen den Rauch an...ein tolles Mundgefühl. Der Whisky ist mundraumfüllend und entfaltet auch dann seine ganze vorhandene Geschmackspalette.

 

Abgang: Der Ardmore verabschiedet sich lecker und nicht zu lange. Ich finde das gar nicht mal schlecht, denn trotz des leichten Rauchs kann man danach noch einen anderen Whisky trinken. Lecker!

Fazit: Ein toller junger Whisky mit verschiedenen Facetten, einer angenehmen Süße und schön eingebundenem Rauch.

 

Fazit: Ich kann die Barreliers nur zu dem Kauf von diesem Fass beglückwünschen und sagen "Weiter so Jungs!"

Wer einen leichten rauchigen Sommerwhisky sucht, der wird hier fündig. Der Ardmore ist auch durchaus als Start in einen leckeren Whiskyabend zu gebrauchen, denn trotz des leichten Rauchs überdeckt er seine Nachfolger bestimmt nicht. Das gefällt mir sehr.


#5 Macduff von den "Brothers in Malt"

 

Destilliert: 27.11.2006

Abgefüllt: 03.04.2017

Fass No.: 8102398

Vol.: 56,3%

 

Farbe: Schönes goldgelb

 

Nase: Nachdem ich den Whisky eingeschenkt habe gönne ich mir direkt eine Nase aus dem Vinum Tastingglas und bin absolut freudig überrascht. Leckere frische Noten. Toller Charakter einer First fill Bourbon-Abfüllung.

Ich gedulde mich aber noch ein wenig und gönne diesem 10 jährigen ein paar Augenblicke an der Luft.

So jetzt aber...eine Runde schwenken im Glas, den Körper komplett bedecken und rein mit der Nase! Boom... kräftig! Mein lieber Herr Gesangsverein...frische Zitrusnoten ein Hauch Vanille...weitere helle Früchte. Es schwingt eine tolle Leichtigkeit mit und im Hintergrund ein wenig Karamell. Angenehme und wechselnde Facetten, wenn sich der Whisky wieder in den Stil zurückzieht. Im Hintergrund taucht dann noch eine leichte Holznote auf. 

Ich gönne mir nochmal eine Runde schwenken und bin echt begeistert...frischer leckerer Obstsalat mit Schuss, denn die Fassstärke kommt auch in der Nase gut an.

 

Geschmack: Ihr seht, dass mir das Nosing offensichtlich Spaß bereitet hat und deswegen wird es jetzt Zeit das Ganze auch mal zu probieren. Nachdem ich den Eröffnungsschluck durch den Mund gejagt habe, macht sich der klassische Charakter des First fill Bourbonfasses breit. Eine leichte malzige Süße, welche von einem minimalen Holzton begleitet wird. Das Fass hatte offensichtlich Charakter und hat so einiges an den Whisky abgegeben. Der Speichelfluss kommt langsam in Gang und die vorhandene fruchtige Frische breitet sich aus.

 

Abgang: Der Macduff verabschiedet sich angenehm und nicht aufdringlich. Eine angenehme cremige Note schleicht den Hals hinunter. Den Abgang würde ich als eher kurz und knackig bezeichnen. Ich empfinde das keinesfalls als Nachteil, denn selten trinken wir Whiskyfreunde nur einen Dram.

 

Fazit: Ein schöner Teenager-Bourbon mit einer wahnsinns Nase und einem leckeren Geschmack.

Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt definitiv. 57,90€ sind hier absolut angemessen!

Wer First fill Bourbon Whiskys mag, der ist hier gut beraten und sollte den Brothers in Malt eine Flasche abnehmen!

Zeitgleich stellt dieses Sample meinen ersten Macduff dar und ich bin überrascht, da ich zuvor noch keinen Kontakt mit der Destille hatte!


#6 Mackmyra Special 08 Handpicked 2012

Vol.: 46 %

 

Die neue Markenbotschafterin für Mackmyra Susanne Appold hat mich mit diesem Sample versorgt und  den Anreiz gegeben diesen Schweden-Malt zu probieren! Auf dich liebe Suse!

 

Allgemeines zum Whisky: Der Special 08 besteht aus einem Fässermix aus Bourbon- und Sherryfässern sowie neuen Eichenfässern aus Schweden und Amerika. Das ganze wurde dann in einem Sauternes-Fass gefinisht...ich denke, dass das genau meine Baustelle ist!

 

Farbe: Goldgelb, was für die Bourbon- und Sauternes-Fässer spricht. Sehr ansprechend.

 

Nase: Ich nähere mich meiner Whiskyecke und kann direkt einen intensiven Geruch wahrnehmen. Buttertoffee und auch ein Hauch Karamell. Als das Glas an die Nase geht kommt dann direkt eine schöne und ausgewogene aber schwere Süße hinzu. Der erste richtige Zug aus dem Glas gibt dann auch helle Früchte und ganz leicht, im Hintergrund, eine kleine Winzigkeit Sherryaroma preis. 

Nach einer kurzen Pause dann aber deutlich Shortbread bzw. Butterfingers. Sehr sehr lecker...Zeit zu probieren!

 

Geschmack: Der erste Schluck ist sehr vielversprechend...intensiv doch schwierig zu definieren. Minimal alkoholisch, süß und in der Summe so ganz anders als ein schottischer Single Malt. Im Hintergrund schwingt eine angenehme Holzwürze mit. Meiner Ansicht nach könnte der Whisky ein bisschen mehr Dampf vertragen. Die 46% lassen ihn sehr weich und sanft erscheinen.  Der Special 08 schmeckt gut, aber eventuell ist die "wilde" Fässerkombination etwas zu gewagt. Der Einfluss des Sauternes-Fass bzw. Finish geht mir irgendwie ein bisschen flöten. Der klassische Honigcharakter kommt nicht durch. Evtl hätten ein paar Monate mehr gut getan.

 

Abgang: Eine angenehme Süße breitet sich aus und der Whisky präsentiert sich deutlich kräftiger als im Mund. Hier würde ich wiederum sagen, dass die 46% genau richtig sind.

 

Fazit: Ein leckerer Whisky aus einer schwedischen Destille, welche bereit ist neue Wege zu gehen. Hier wird nicht versucht zu kopieren, sondern man will sein eigenes Ding durchziehen, experimentieren und vielleicht etwas spielen. Wer jetzt denkt...hmm die Beschreibung liest sich aber mäkelig und der schmeckt ihm doch gar nicht...-> falsch! Das ist Meckern auf hohem Niveau!

 

PS: Während ich hier schreibe trinke ich immer wieder einen kleinen Schluck und stelle fest, dass ich diese Holz bzw. Waldkräuterwürze echt toll finde...das ist mal was ganz anderes!


#7 Glen Moray Peated Port Cask

 

Destillery Only (Handfilled)

Destilliert: 2011

Abgefüllt: 30.05.2017

Flaschennummer: 81

Vol.: 55,6%

 

Farbe: Rosérot

 

Nase: Nachdem der Whisky eine Zeit lang atmen durfte, streute der Glen Moray seine Kraft im Raum. Ein angenehm süßlicher Duft strömt aus dem Glas. Beim ersten Riechen ist direkt die tolle Kombination aus Rauch und Port erkennbar. Der Rauch ist subtil, gut eingebunden und nicht zu aufdringlich. Er fördert das Gesamtbild und verleiht Ausdrucksstärke.

Schnüffelt man ganz leicht ins Glas hinein, dann kommt eigentlich nur Portwein. Kein schwerer alter Port, sondern ein fruchtiger. Helle süße Früchte, vielleicht ein frischer Obstsalat mit allerlei Inhalt. Frische Pfirsiche kann ich erahnen. Wow... man merkt es, ich bin einfach nur begeistert. Vor allem, wenn man das geringe Alter von maximal 6 Jahren bedenkt!

 

Geschmack: Nach ausschweifender Schwärmerei und ergiebigem "Nosing" wird es Zeit den Glen Moray zu probieren! Kaum im Mund,dann die geschmackliche Explosion, intensiver Lagerfeuerrauch. Schön erkennbar, wie ich finde, auch der Grundcharakter der Brennerei. Eine florale Süße und auch hier wieder Port. Im Hintergrund eine leichte Holzwürze. In Gedanken sitz ich gerade wieder in Ilsenburg am knisternden Lagerfeuer und philosophiere mit den feinsten Geistern die ich kenne über Gott und die Welt. Schluck um Schluck macht es richtig Spaß den Glen Moray zu trinken. Die Frage nach dem verwendeten Portweinfass treibt mich um, hmmm...was wird das gewesen sein...noch ein Schluck, ein Blick auf die Farbe und...ich denke es war ein Ruby Port dieser sorgt für die leuchtenden roséfarbenen Töne und diese gewisse Leichtigkeit. Einfach nur Wooow!

 

Abgang: Der Glen Moray verabschiedet sich langsam und intensiv. Der vorhandene Rauch kleidet den Mund- und Rachenraum aus. Die erwähnte fruchtige Süße lässt langsam nach die Portnoten werden schwächer... und... ach was solls, noch ein Schluck hinterher. 

 

Fazit: Dieser Whisky ist außergewöhnlich gut. Ich merke Port und Rauch, das passt ganz einfach und ich mag es! Die Geschichte um diese Flasche macht sie umso besonderer, wenn ich auch glaube oder besser gesagt befürchte, dass ich mich öfter daran "vergehen" werde.  Es ist eigentlich unglaublich, dass die Standardrange von Glen Moray so unspektakulär ist bzw. zu sein scheint, aber die Destillery Only-Abfüllungen so toll sind. 3 der letzten 4 konnte ich kosten. Cider Cask, Burgundy und nun Peated Port, was mag da nur in Zukunft kommen? Warten wir es ab! 


#8 The Temple Bar Irish Whiskey

 

Mareike Spitzer von Irish Whiskeys hat mir das abgebildete Sample zum Verkosten übersandt und bat mich um Notes bzw. meine Meinung.

 

Allgemeines: Ein paar Iren hatte ich schon im Glas und sie sind ja bekannt für ihre Leichtigkeit, Fruchtigkeit und damit prädestiniert für den Sommer. Ich bin also gespannt. Der Whiskey war eine ausreichende Zeit im Tastingglas und durfte sich seine Portion pfälzer Luft schnappen.


Farbe: Strohgelb / helles gold

 

Nase: In der kleinen Sampleflasche roch er schon interessant und das bestätigt sich im Glas definitiv. Ich bin ganz überrascht. Leckere frische Bourbon Cask Noten. Leichte Töne von Vanille und irgendwie muss ich an reife Birnen  denken, sehr schön! Das Riechen macht richtig Spaß. Ausgewogen und frisch. Diese übliche florale Note fehlt, was dieser Malt meines Erachtens nach auch gar nicht braucht. Das Bourbon-Fass hätte ich echt gerne mal gesehen und beschnüffelt. Die Nase macht absolut Lust auf mehr und es wird Zeit zu kosten!

 

Geschmack: Angenehm mild und leicht kleidet er den Mundraum aus. Ein Wechselspiel zwischen Vanille und Malz würde ich sagen. Der Alkohol ist kaum spürbar. 40% also ganz normale Trinkstärke bzw. Mindestalkoholgehalt. Schön süffig und man muss fast befürchten, dass man da mehr als einen Dram vernichtet. Nach kurzer Zeit setzt auch noch ganz leicht der Speichelfluss ein. Eine angenehme Süße schwingt mit.

 

Abgang: Kurz und minimal würzig. Für meinen Geschmack könnte er hier noch ein wenig mehr Dampf vertragen, sodass er nachhaltigere Präsenz erlangt.

 

Fazit: Schöner Whiskey in Trinkstärke. Ein netter Vertreter der irischen Insel und mit Sicherheit gut geeignet um an das Thema Whisk(e)y oder speziell Irish Whiskey ranzugehen. Vielen Dank Mareike und ich hoffe meine Notes sagen dir zu. Dieser Malt macht auf jedenfall Lust auf mehr irischen Whiskey. Solltet ihr nun Lust bekommen oder wollt mal noch etwas mehr in der irischen Ecke stöbern, dann meldet euch bei Mareike oder schaut in ihrem Shop: www.irish-whiskeys.de Diesen Whiskey könnt ihr dort für 39,90€ erstehen! 


#9 Laddie Valinch 23 "Julie Chalmers"

 

Destilliert: 24.06.2004

Abgefüllt: 17.08.2016

Fass-Typ: first fill Sherry Cask

 

Vol.: 61,2%

 

Allgemeines: Heute wird Premiere gefeiert, denn ich schreibe die ersten Notes zu einem der ganz ganz wenigen Laddies die ich bislang kosten durfte. Von allen Seiten hört man wie gut und toll das doch alles sei und ich müsse das unbedingt kosten... manchmal haben die vielen Nerds um mich herum ja auch recht, also folge ich ihrem Aufruf!

 

Eine Destillery Only Abfüllung in 0,5L Flaschen abgefüllt und mit einer eigenen Tube...die Valinches werden immer einem anderen Angestellten, bzw. Mitglied der Laddie-Familie gewidmet und so hat es in diesem Fall eine sehr hübsche junge Dame aufs Cover geschafft.


Farbe: Schimmerndes Mahagoni mit schönen Rottönen


Nase: Der Laddie durfte ausreichend Luft ziehen und sich entfalten. Sein Duft durchströmt den Raum und verbreitet einen Hauch von Urlaubsfeeling. Tolle Sherryaromen strömen aus dem Glas. Nicht die ganz Schweren, sondern frisch und fruchtig würde ich das Aroma beschreiben. Dunkle Früchte mit viel Kraft und toll eingebundenem Alkohol...wow sowas habe ich selten gerochen...in der Nase muss ich irgendwie ganz leicht an Orangen und Minze denken, denn der Whisky verbreitet ein kühles Gefühl in der Nase. Im Hintergrund macht das Holzfass ganz leicht auf sich aufmerksam, vielleicht eine etwas ledrige Note...ich vermute in dem Fass war lange Jahre ein schöner Sherry aus Spanien gelagert, der sich tief in die Dauben gesaugt hat.

Die Nase macht unglaublich Lust aufs Probieren und aufgrund der Tatsache, dass dieser seltene Malt im Glas ist schwingt ein bisschen Ehrfurcht mit....wenn leer, dann leer!

 

Geschmack: Es hilft alles nichts und wie heißt es immer so schön " Zum Trinken sind sie da!" also nehme ich mir einen ersten Schluck vom Malt. WOOW, was eine Präsenz...der Mundraum wird schlagartig zum Geschmackstempel und ich muss ein naheliegendes Blatt Papier zücken um meine Eindrücke festzuhalten. 

Ich muss sofort an leckere Rosinen denken, doch daneben taucht noch eine tolle würzige Holznote auf.

Hinzu kommt eine umwerfende Süße, sofort setzt der Speichelfluss ein. Die ölige Konsistenz des Whiskys kleidet den ganzen Mund aus und zeigt was in dem Malt steckt. Der Laddie hat richtig Kraft...der Alkoholgehalt von immerhin 61,2% fällt auch hier kaum auf und wird von einer minzigen Frische bekleidet. WAHNSINN!!!!

 

Abgang: Sehr lange nachdem der Laddie geschluckt wurde ist seine Präsenz im ganzen Mund-/Rachenbereich spürbar. Ganz toll und eine absolute Offenbarung.

 

Fazit: Ich denke man kann es deutlich herauslesen... ich bin absolut begeistert und werde dieser Brennerei künftig deutlich mehr Beachtung schenken. Sollte ich die Chance bekommen so eine Flasche zu erstehen, dann werde ich das sicher tun, denn sowas ist wirklich außergewöhnlich, einzigartig und eigentlich genau der Grund warum ich Whisky trinke! Age doesn't matter ist hier ein absolut wichtiger Leitspruch, denn mit 12 Jahren hat dieser Malt absolut alles was man zum Genießen braucht. 

Danke lieber Maximilian Glane, dass du mir einen Schluck abgetreten hast! 


#10 Fassprojekt IV Pfälzer Leidenschaft

Speyside Cask Strenght trifft auf Pedro Ximènez Sherry

 

Allgemeines: Nachdem ich diesen Sherry bekommen und gelagert habe hieß es erst einmal lange warten. 9 Monate durfte er im Fass arbeiten. Vom 16.8.-16.9. zog dann der fassstarke Whisky einer bekannten Brennerei aus Elgin ein. Es war wirklich schön zu sehen wie sich der Whisky ab der 2. Woche entwickelt hat. Regelmäßiges Probieren war natürlich Pflicht! Am 16.9. war ich dann vollends überzeugt, so passt er, also füll ich ihn ab und kann ihn verteilen! Viel Spaß beim Lesen!

 

Farbe: Heller Bernstein

 

Nase: Nachdem der Whisky einige Minuten atmen durfte ließ ich ihn im Tastingglas ordentlich kreisen, sodass sein volles Aroma verteilt wurde. Beim ersten Riechen dann der Hammer mitten ins Gesicht. Wow der hat Kraft! Eine angenehme Süße durchströmt die Nase. Überreife Frucht und eine angenehme Eichenwürze mischen sich dazu. Ich meine irgendwie ein kleines bisschen Marzipan zu riechen. Hinzu kommt eine schöne malzige Note. Es ist einfach spannend zu sehen, was sich bei diesem

Whisky, ohne definitive Altersangabe, alles getan. Vorher war er deutlich wilder und unausgewogener. Ich muss jetzt mal einen Schluck probieren...! Also Slainte!

 

Geschmack: Eine wunderbare ölige Süße verbreitet sich im gesamten Mundraum. Fast sirupartig würde ich sagen. Umgehend setzt der Speichelfluss im Mund ein. Auch wieder helle Früchte, vielleicht Pfirsich 🍑oder Trauben 🍇? Hmm kann ich nicht genau sagen. Hinzu kommt auch hier der Stempel meines kleinen Eichenfasses. Nicht überlagert, sondern würzig. Das verleiht Charakter und Ausdruck. Hier kommen dann jetzt noch ein paar dezente Sherrynoten hinzu. Das Finish ist schön erkennbar. Gefällt mir gut!

 

Abgang: Aufgrund des ordentlichen Speichelflusses musste ich mit noch einen zweiten Schluck gönnen. Der Whisky bleibt längere Zeit präsent. Der Geschmack im Mundraum hält lange nach und macht Lust auf mehr.

 

Fazit: Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Ein veränderbarer Whisky hat sich offen für Neues gezeigt. Der Whisky ist eine absolute Bestätigung für die Spielerei im hauseigenen Keller. Es dauert immer einige Zeit und verlangt Pflege und Kontrolle, damit das Endergebnis präsentabel ist. Meinen Respekt an jeden der das selber macht. Ich freue mich Euch eine weitere Abfüllung meines eigenen "Labels" zu präsentieren bzw. anzubieten.

Wer noch kein Fassprojekt probiert hat, der sollte sich mal dringend rantrauen. Da kommen tolle Sachen bei rum. Egal ob bei mir oder einem der anderen Fassteiler.

 


#11 Tomatin Oloroso Sherry Cask

 

Destillery Only - Bottle your own

Destilliert: 11.11.2005

Abgefüllt: 28.03.2017

Fassart: 1st Fill Oloroso Sherry 

Vol.: 57,8 %

 

Farbe: Dunkler Bernstein

 

Nase: Dieser Tomatin Handfilled hat richtig Energie und zeigt eine tolle Ausgewogenheit trotz seines noch recht jungen Alters (11,5 Jahre). Um mir Notizen zu machen habe ich mal wieder das Tastingheft von Sven Rätsch ausgepackt. Beim ersten Riechen kommt mir leckeres würziges Gebäck in den Sinn, kein Lebkuchen, sondern doch etwas süßer. Diese Würze würde ich als leichte Pfeffrigkeit interpretieren.

Die 57,8% Vol. zeigen sich deutlich, aber wie ich finde gar nicht unangenehm. Eher toll eingebunden und dem Malt Ausdruck verleihend. Dazu gesellen sich so ganz olorosountypische dunkle süße und durchaus überreife Früchte. Wahnsinn...was war das wohl für ein Sherry..keine Ahnung, aber absolut genial, was da im Fass passiert ist. Während dem Riechen setzt gefühlt schon der Speichelfluss ein, sodass es dringend Zeit wird zu probieren!

 

Geschmack: Eine wahnsinnige Süße durchflutet den gesamten Mund und fordert einem einiges ab. Leckere Rosinen, vielleicht leicht in Rum eingelegt, gepaart mit weiteren Dunkeln Früchten. Im Hintergrund, aber doch spürbar eine gewissen Eichenfracht macht das Gesamtergebnis richtig würzig. Der Sherrygeschmack ist ganz klar präsent. Mit dem zweiten Schluck wird erst einmal die vorhandene Öligkeit klar. Wahnsinn...Fass sirupartig fließt der Whisky durch den Mund. Ein toller Whisky, der dazu noch ganz besondere Erinnerungen beinhaltet und dadurch umso wertvoller wird.

 

Abgang: Laaaang und intensiv verabschiedet sich dieser Tomatin. Auch hier nach wie vor kräftig und intensiv. Nach einem gefühlten Ewigkeit endet der Speichelfluss, doch das schöne ist ja, dass noch was im Glas ist 

Fazit: Was soll ich sagen...klasse! Ein toller Highland Single Malt Whisky.

Was ich persönlich bemerkenswert finde ist der nach wie vor vorhandene Grundcharakter. Vor Ort durfte ich den New Spirit kosten und seitdem habe ich in jedem Tomatin Whisky danach gesucht und wurde nicht enttäuscht!

 

Fazit: Ein leckerer Sherry Malt mit einem unsagbar langem Abgang! Für mich damals mein erster Oloroso Sherry Whisky bzw. die erste Vollreifung und ich muss sagen, dass das ein echter Türöffner war. Seither kann ich diese Art von Sherrylagerung wunderbar genießen.


# 12 Benriach 17 Pedro Ximenez Sherry Finish

 

Name: Benriach 17 Pedro Ximènez Sherry Finish

Abgefüllt: 19.07.2016

Fasstyp: Bourbon /Pedro Ximènez Sherry(Finish)

Alter: 17 Jahre

Vol.: 46%

 

Farbe: heller Bernstein mit Kupferstich

Allgemeines: Heute gibt es einen Vertreter den ich am Freitag im Tasting hatte, den ich mir aber  nochmal genauer zu Gemüte führen möchte. Leider hat Benriach ja die so erfolgreiche und leckere Wood Series eingestellt bzw. auslaufen lassen... sehr schade! Umso mehr habe ich mich gefreut, dass ich von diesem Whisky noch eine Flasche sichern konnte. Im Tasting kam er durchweg sehr gut an! 

 

 

Nase: Der Whisky durfte wie immer ein paar Minuten atmen, bevor ich ihn zum ersten Mal im Tastingglas bewege bzw. verteile! Die erste Nase ist sehr gefällig. Schön süß. Zuerst helle Früchte und etwas Vanille. Die verwendeten Bourbonfässer sind zu Beginn sehr präsent. Beim zweiten Riechen werden die Früchte dann dunkler und schöne Sherrynoten mischen sich darunter, was das Ganze zu einem tollen Wechselspiel macht. Total faszinierend finde ich, dass wenn sich der Whisky im Glas zurückzieht die Sherrynoten nachlassen. Hier wird der Whisky nicht vom „Finish“ erschlagen, sondern wunderbar unterstützt. Keine alkoholischen Störnoten oder zu intensive Holzaromen. Die Nase macht also Lust aufs Probieren!

 

Geschmack: Der Benriach startet zunächst sehr kräftig durch und flutet den gesamten Mundraum. Die in der Nase fehlende Holzwürze ist hier deutlich präsenter. Dunkle Früchte, süße Sherry Noten kommen hinzu. Der Bourboncharakter versteckt sich hier jedoch gänzlich. Der Alkohol erscheint schön eingebunden. Das Mundgefühl könnte für meinen Geschmack etwas öliger sein, was aber nur eine persönliche Präferenz von mir ist. 

Insgesamt gefällt er mir im Mund sehr gut. Sehr intensiv aber nicht zu einseitig bzw. die Sherryaromen vom Finish erschlagen den Malt nicht.

 

Abgang: Den Abgang würde ich durchaus als lang bezeichnen, denn die Süße schleicht langsam den Hals hinab und eine Mischung aus Sherrysüße und Holzwürze bleiben präsent.

 

Fazit: Endlich mal ein schöner Sherrywhisky mit einem Finish. Gerade das zu Beginn erwähnte Wechselspiel zwischen Bourbonnoten und Sherrynoten machen den Whisky sehr gefällig! Ich mag ihn, auch wenn er mich nicht komplett umhaut! 


#13 Single Cask Exclusives „Islay“ Moscatel Finish

Allgemeines: Dieser unabhängige Abfüller bringt regelmäßig leckere, teilweise sehr junge, Malts auf den Markt. Den ein der anderen durfte ich schon kosten und bislang war nichts schlechtes dabei! Häufig eignen sich die Abfüllungen auch für den kleinen Geldbeutel. In diesem Fall hat sich ein Caol Ila in die Flasche geschlichen. Auch diesen Malt hatte ich beim Tasting am 27.10. dabei und hier waren die Meinungen schon deutlich zwiespältiger als beim Benriach PX. Mir hat er wunderbar geschmeckt, deswegen nun nochmal eine genauere Betrachtung!

 

Farbe: Hell roséfarbig

 

Nase: Die erste Nase im Nosingglas verspricht einiges. Eine schöne Weinsüße und subtiler Islayrauch melden sich umgehend zu Wort. Riecht man etwas intensiver, dann wird die Süße präsenter und der Rauch tritt zurück. Beim Tasting sagte wer, dass er nur kalten Aschenbecher riechen würde, das kann ich so nicht unterschreiben. Die beschriebene Süße spaltet sich etwas auf. Feine Noten von frischem Traubenmost im Weinkeller melden sich zu Wort und der Rauch von einem glimmenden Kaminfeuer macht die Nase zu einem angenehmen Erlebnis. Speziellere Noten kann ich hier nicht finden, aber das macht mir gar nichts aus. Es wird Zeit zu probieren!

 

Geschmack: Im Mund wird der Rauch dann deutlich präsenter und kämpft mit der vorhandenen Süße des Weins um die Vorherrschaft. Der Caol Ila scheint im Mund mehr zu werden, denn er hat eine unglaubliche Kraft. Trotz der intensiven süßen Noten setzt kaum Speichelfluss ein, denn der Islayrauch legt sich wie eine Schicht über die Wangeninnenseiten.

 

Abgang: Wärmend und kräftig verabschiedet sich dieser junge Caol Ila im Hals. Durch den Rauch hallt er noch ein wenig nach aber auch nicht zu intensiv bzw. aufdringlich. Lecker!

 

Fazit: Ein junger Caol Ila fand hier den Weg in die Flasche. Wenn ich mich festlegen müsste würde ich auf iwas zwischen 5 und 7 Jahren tippen. Das Finish durfte mehrere Monate, aber kein Jahr gedauert haben, denn ansonsten wären die Weinnoten vielleicht zu präsent. Lecker und interessant wie ich finde. Meiner Meinung nach wird hier wieder ganz klar deutlich, dass rauchiger, also peated, Whisky und Wein ganz wunderbar zusammen passt! Von mir eins ganz klare Empfehlung und wenn ich recht geschaut habe, dann noch für um die 50-60€ zu haben!


#14 Octomore Masterclass 08.3

 

Destillerie: Bruichladdich

Destilliert: 2011

Abgefüllt: 2017 (5 Jahre alt)

Fassart: 56% Vollzeit ex-Bourbon, 44% Vollzeit europäische Eiche (div. franz Weinsorten)

Vol.: 61,2%

Allgemeines: An diesem verregneten Sonntag gönne ich mir einen der vor kurzem erschienenen Octomore, nämlich den 08.3, aus dem Hause Bruichladdich aus Schottlands Peatfabrik Islay. Diese Whisky-Reihe hat immer das Potenzial zu polarisieren und von daher ist es immer extrem spannend, wenn die Destillerie neue Abfüllungen auf den Markt bringt. Die meisten Whiskykenner wissen, dass Octomore die stark torfige Abfüllserie der Bruichladdich-Destillerie ist und dieser Malt wurde mit sagenumwobenen 309 ppm (Grad der Rauchigkeit im Malz) destilliert wurde.

 

Farbe: Goldgelb mit kupfernem Einschlag

 

Nase: In der ersten Nase ist der Rauch natürlich sofort präsent, aber ich muss sagen, dass ich mir bei diesem opulenten Wert von 309 ppm doch mehr erhofft bzw. befürchtet hatte, dass ich beim ersten Riechen direkt umfalle. Dieser Whisky riecht angenehm gefällig. Die verwendeten Bourbonfässer kommen in der Nase ganz gut durch. Eine schöne Malzigkeit, frische Gerste und ein Hauch Minze kommen bei mir an. Natürlich spielt das verwendete Whiskyglas hier eine große Rolle und ich muss sagen, dass ich wirklich sehr froh bin, mit diesem Glas meine Geschmacksnotizen schreiben zu dürfen. Ich bin auch der Meinung, dass bereits in der ersten Nase bzw. beim Riechen das doch junge Alter dieses Octomore deutlich wird. Wäre dieser Whisky älter, dann wäre diese Getreide-/Malznote etwas weiter im Hintergrund. Genau das macht aber gerade diese spezielle Note diese Whiskysorte aus. Wenn sich der Malt wieder im Glas zurück zieht, dann kommt auch eine ganz leichte süße hervor. Ich muss wirklich sagen, dass mir die Nase sehr zusagt und daher wird es jetzt Zeit diesen Whisky auch zu probieren.

 

Geschmack: Angenehm geschmeidig kleidet der Octomore fast meinen gesamten Mundraum aus. Irgendwie ölig nimmt der Octomore alles für sich ein. Eine wunderbare Süße verbreitet sich und regt den Speichelfluss an. Der ganz spezielle und vor allem typische Octomore-Rauch wird von toll eingebundenem Alkohol begleitet. Wir sprechen immerhin von üppigen 61,2 % Vol. Rauchiger Speck über einem nur noch leicht glimmenden Lagerfeuer fällt mir da als erstes ein. Wooow. Toll was da im Mund passiert. Typisch Octomore eben.

 

Abgang: Lange, intensiv und würzig verabschiedet sich der Whisky und klingt auch noch sehr intensiv nach. Der Rauch wird langsam weniger. Insgesamt aber sehr präsent.

 

Fazit: Meiner Ansicht nach ein absolut toller Whisky. Ich bin richtig begeistert und muss wirklich sagen, dass er mir sehr gut schmeckt. Ich gehe davon aus, dass von diesem Vertreter eine Flasche in meiner Sammlung Einzug nehmen wird. Ich würde ihn gar nicht direkt mit dem 06.3 vergleichen, was doch leider sehr viele Menschen machen. Ich sehe zwar gewissermaßen ein paar Parallelen, doch der 06.3 ist deutlich kräftiger/intensiver in allen Kategorien. Hier sind ganz einfache Bourbon und europäische Eichenfässer (frz. Weinfässer wie z.B. ex-Paulliac, Ventoux, Rhône und Burgunder) verwendet worden. Eine tolle Komposition. Mir gefällt er. Mit Sicherheit ist dieser Whisky sehr gut geeignet, um Octomore-Neulingen diese Serie vorzuführen.

 

Whiskybase: https://www.whiskybase.com/…/octomore-masterclass083-309-ppm


#15 Bruichladdich Crew Vintage 2007 Rivesaltes Cask

 

Destillerie: Bruichladdich

Destilliert: 27.06.2007

Abgefüllt: 02.10.2017

Fasstyp: Rivesaltes

Vol.: 63,9%

Allgemeines: Mit einem klaren Ziel vor Augen sind sie losgezogen die Bruichladdich Crew Händler Deutschlands. Darunter auch mein Freund Jürgen Schneider. Freudestrahlend trafen sie auf Islay ein und berichteten von tollen Whiskys. Doch verraten wollten und durften sie nichts, also hieß es warten. Ich habe mich als Laddie-Neuling gefreut und habe 2 von 3 Abfüllungen bestellt. Der Premier Cru und der Sherry kamen zu mir... man muss auch preislich schauen was geht bzw was möglich ist. Daher wird zuerst der Rivesaltes gekostet um evtl noch nachsteuern zu können. Ich freue mich auf den Whisky und bin gespannt. Los gehts!

 

Farbe: Glänzendes kupferbraun

 

Nase: Der Whisky durfte wie üblich ein paar Minuten im Glas atmen ehe eine erste Geruchsprobe genommen wurde. Cremige kräftige Weinnoten durchfluten die Nase und werden von einer kleinen minzigen Frische vom Alkohol begleitet. Im Hintergrund schwingt eine leichte Nussnote mit. Ich meine ich rieche Haselnuss. Ouhja! Irgendwie flüssiges Nutella, nur etwas Süßer und ohne Palmfett . Kräftig ist er dieser Kandidat. Gefällt mir. Nach einer kurzen Riechpause kommt auch noch eine leichte Priese frische Aprikose hinzu. Sehr facettenreich diese Nase. Rivesaltes ist mir ja noch gänzlich neu, aber ist das Fruchtsaft oder Wein?! Ich muss jetzt probieren!

Nachtrag: Nachdem ich die ersten Schlucke getrunken habe wird der Whisky nochmals süßer und fruchtiger.

 

Geschmack: Cremig, nüssig und süß wird der gesamte Mundraum geflutet. Keine Spur Alkohol... 63,9% schmeckt man nicht. Toll eingebunden! Der Nutella-Gedanke im Mund will nicht weggehen. Das Holz hat hier toll gearbeitet und eine schöne Würze beigesteuert. Im Mund wird der Wein dann noch ein Stückchen präsenter als in der Nase. Die Obstsüße wird ein kleines bisschen malziger. Lecker lecker lecker... Absolut faszinierend finde ich, dass der Laddie sich im Verlauf des Trinkens verändert. Beim ersten Zungenkontakt fruchtig und süß entwickelt er sich danach eher würzig und kräftig. Der ganze Mundraum wird bedeckt, der Speichelfluss wird angenehm angeregt. Nicht zu viel, sondern in einem anregenden Maß!

 

Abgang: Wenn man sich dann traut den Whisky zu schlucken, dann verabschiedet er sich schön lange und angenehm. Hier wird der Laddie eher mild und ruft leise nach einem weiteren Schluck!

 

Fazit: Was soll ich sagen? Toll! Wunderbares Wechselspiel der Aromen und Geschmäcke. Für 63,9% unglaublich mild. Eine tolle Würze und faszinierende Anklänge von Haselnuss.

Ich mag ihn unheimlich und beiße mir in den Allerwertesten, dass ich nicht gleich zugeschlagen habe! Wie man es macht, macht man es falsch. Egal. Ich bleibe dran! Ein großes Lob an die Laddie Crew! Die Reise hat sich gelohnt und ich fühle mich bestätigt: An Laddie muss ich dranbleiben!

Einen schönen Abend noch! Leckere Whiskys und gute Erholung! Slainte mhat!


#16 Green Spot Chateau Leoville Barton

 

Heute Mittag fing es an zu schneien und daher war klar, dass heute nicht mehr viel geht. Einfach mal gemütlich daheim bleiben und nen Whisky trinken. Was käme da denn besser als mein Neuankömmling aus Irland. Heute widme ich mich dem Green Spot Château Leoville Barton.

Allgemeines: Green Spot war soweit ich mich entsinnen kann mein erster irischer Whiskey und neulich kam ich per Zufall an ein Sample von diesem Vertreter hier. Er hat mich derart überzeugt, dass ich mir eine Flasche ordern musste. Dieser sehr gut bezahlbare Ire reifte zuerst in Sherry- und Bourbonfässern, bevor er in französischen Weinfässern vom Château Leoville Barton nachgereift wurde. Mit 46% sehr gut aufgelegt.

 

Farbe: Helles Kupfer

 

Nase: Alle drei verwendeten Fassarten finden ihren Platz in der Nase! Ein schönes Wechselspiel zwischen fruchtigem Sherry, leichtem Bourbonaroma und angenehmen Weinnoten. Sehr variabel und je nach Ausbreitung im Tasting-Glas dominiert eine andere Facette dieses Whiskeys. Wenn er sich dann in den Stiel zurückzieht kommt diese so typische florale Note, welche man den Iren immer nachsagt, durch. Wunderbar und super abwechslungsreich. Ich bin wahrlich begeistert.  Jetzt kommen noch ein paar Rosinen hinzu. Gott sei dank keine rumgetränkten sondern frisch getrocknete. Das wäre sonst zu viel. Vielleicht noch ein Hauch vergorener Traubenmost. Der letzte Rest im Bottich gepaart mit einer ganz minimalen Holzwürze! Dieser tolle Geruch fordert einem ja förmlich zum Trinken auf, los gehts!

 

Geschmack: Spielerisch leicht flutet der Green Spot den Mundraum. Im ersten Moment sind wieder die bekannten Sherrynoten da, doch der französische Wein kommt direkt hinzu und zeigt, dass er hier der Herr im Haus ist. Wow! Ich fühle mich gerade in einen Weinberg in Frankreich versetzt. Schaue von oben auf die Hanglage hinab und genieße den Blick. Die Erntezeit steht kurz bevor und die Trauben stehen voll im Saft. Ein zweiter Schluck hinterher und ich bin aufgewacht aus diesem kurzen Whiskeytraum. Der Alkohol ist wunderbar eingebunden und verleiht diesem Green Spot einen tollen Ausdruck und die nötige Kraft. Das geschmackliche Wechselspiel setzt sich auch hier fort. Man merkt aber richtig, dass es den Machern wichtig war die Herkunft des Whiskeys nicht zu verstecken. So definiere ich das Wort „Finish“. Toll! Sehr süffig und Speichelflussanregend.

 

Abgang: Angenehm mittellang mit einem Hauch Eichenwürze und einer angenehmen Süße verabschiedet sich der Ire!

 

Fazit: Was soll ich sagen... Ich bin begeistert und froh endlich zu diesem Sample gegriffen zu haben. Deutlich wird hier wieder meine Affinität zu Weinlagerungen, aber gleichzeitig kann z.B. Dario’s Leidenschaft zu den Iren nachvollziehen. Ich denke bei einem meiner künftigen Tastings muss ich diesen Whiskey vorstellen. Wer noch keinen Iren hatte, der sollte sich schleunigst dranwagen, denn auch auf dieser kleinen grünen Insel reift hervorragendes Destillat.


#17 Fassprojekt Pfälzer Leidenschaft: Islay Single Malt Whisky trifft Monbazillac

 

Allgemeines: Dieses Mal durfte ein leckerer peated Malt ins Fass einziehen, in welchem zuvor 8 Monate Wein lagerte. Der Whisky blieb 43 Tage im Fass, bevor wir ihn für gut befunden haben. Der Wein hat sich toll mit dem Whisky verbunden.

Farbe: Helles Kupfer mit einem hauch Gold.

 

Geruch: Angenehmer Lagerfeuer-Rauch, unverkennbar Islay, strömt aus dem Glas. Direkt mit dabei auch eine schöne schwere Süße. Helle Früchte, vielleicht Aprikosen, kommen mir entgegen. Begleitet von einem bisschen Heidehonig, cremig und kräftig, typisch für den Monbazillac. Eine passende Kombination wie ich finde.Nach ein paar Minuten kommen dann ein kräutrige Aromen hinzu, vllt ein kleines bisschen Eichenwürze. Nicht zu viel, sondern anregend und lecker. Ich freue mich auf den ersten Schluck :)

 

Geschmack: Cremig kräftig flutet der Whisky den Mund, kleidet die Wangen aus und regt unmittelbar den Speichelfluss an. Die Kombination aus kalter würziger Asche und sirupartiger Süße macht sich extrem breit. Der Monbazillac-Einfluss wird hier deutlicher, denn die Süße geht nun mehr in Richtung Honig und wird schwerer. Einen Hauch Minze kann ich schmecken. Die herbalen (kräutrigen) Einflüsse bleiben präsent. Eine leckerer Whisky, doch leider ist mein Glas schon leer, denn mehr habt ihr mir nicht mehr gelassen :) Jetzt könnte ich noch einen Schluck nehmen!

 

Abgang: Mittellang und würzig, leicht süß und weiterhin angenehm rauchig verabschiedet sich das neuste Fassprojekt. 

 

Fazit: Ich denke wir können mal wieder stolz sein auf diese Abfüllung. Der Monbazillac hat seinen Teil gegeben und den Whisky positiv beeinflusst, ohne ihn zu erdrücken. Man merkt, dass es sich um ein Finish handelt, was aber keinesfalls negativ gemeint ist. Eine Überlagerung braucht hier niemand! Interessant gefunden hätte ich diesen Whisky im 1st Fill-Fass.


#18 Bunnahabhain „Local Dealer Selection“

 

Destilliert: 14.04.2004

Abgefüllt: 27.11.2017

Fass-Nr.: 800194

Flaschenanzahl: 558

Vol.: 61,5%

 

Allgemeines: Ein paar deutsche Whiskyhändler haben sich eine tolle Idee in den Kopf gesetzt. Besondere Fässer für den deutschen Markt. Nur in den Geschäften dieser Händler, sehr gut bezahlbar und angeblich lecker! Einen hatte ich schon, den 11 jährigen Deanston, der war klasse! Aber warten wir ab! Bunnahabhain ist meine Lieblingsdestille, daher erwarte ich auch entsprechend viel 

 

 

Farbe: Dunkles schweres Kupfer mit leichten rot-braunen Anklängen.

 

Nase: Die erste Nase zaubert mir als Bunna-Liebhaber ein Lächeln aufs Gesicht. Schöner Sherry-Whisky meiner Lieblingsdestille. Kräftig. Leicht würzig und intensiv. Aber ich möchte natürlich noch ein bisschen mehr ins Detail gehen. Schöne Sherryaromen locken die Nase, genauer gesagt Rosinen in Zartbitterschokolade. Begleitet wird das Ganze von einem Hauch würziger Eiche und anderen Gewürzen. Vielleicht ein kleines bisschen Zimt. Die klassische Sherrysüße ruft nach einem ersten Schluck!

 

Geschmack: Einen schönen First fill Sherry Whisky haben die Herrschaften da ausgesucht. Schöne Oloroso-Sherrynoten gepaart mit dem unverwechselbaren Bunnahabhain-Destilleriecharakter. Eine angenehme Süße mit toll eingebundenem Alkohol. Die 61,5% fallen fast gar nicht auf. Wunderbar. Nicht zu dickflüssig kleidet er den Mundraum aus. Ist trotzdem geschmacksanregend und genau mein Schema.

 

Abgang: Langanhaltend, würzig kräftig, süß und nach einem zweiten und dritten Schluck schreiend verabschiedet sich dieser Bunna!

 

Fazit: Toller Whisky für tolles Geld. Absolut zu empfehlen. Selten habe ich diese enorme Alkoholstärke so gut und ohne jegliche Schärfe oder Pfeffrigkeit gefunden. Wahnsinn!


#19 Bunnahabhain Limited Release Pedro Ximenez Finish

 

Destilliert: 24.03.2003

Abgefüllt: 21.06.2017

Fassart: Refill Sherry Fässer + First Fill PX Sherry Fässer fürs Finish

 

Vol.: 54,3%

 

Allgemeines: Vor kurzem kamen 3 Limited Editions dieser Destille auf den Markt. Zwei davon gut erhältlich: PX Finish und Moine Brandy. In der Destille dazu noch ein Moine Marsala. Mit einem interessanten Preis ausgestattet durften die beiden verfügbaren Bunnas bei mir einziehen. Der Moine Marsala bleibt ein Traum, denn 20£ Porto sind dann doch etwas zu heftig. Dieser PX Finish Bunna durfte 11 Jahre in Refill Sherry Fässern lagern, bevor er ein 3 jähriges Finish in tollen PX Fässern erhielt. Ich bin gespannt und freue mich, was mich erwartet!

 

 

Farbe: Helles Kupfer mit leichtem Goldstich. 

 

Nase: Schöner frischer PX Sherry weht mir entgegen. Getrocknete dunkle Früchte, klassische Pedro Ximenez Trauben und eine angenehme Portion Holzwürze. Träge wandert die schwere Flüssigkeit durchs Glas. Schön ölig. So mag ich das! Der Alkohol wirkt gut eingebunden. Ich erahne ein klein bisschen Minze (für mich die positiv Erscheinungsform höherer Volumenprozente). Die Freude steigt, denn gute PX Whiskys sind mittlerweile leider sehr sehr selten geworden!

 

Geschmack: Sehr ölig, fast sirupartig erobert der Bunna den Mund. Leckere Rumrosinen und schöne Tiefdunkle Sherrysüße. Als ich es auf dem Etikett lese kann ich auch ein bisschen Honig erahnen. Ganz offensichtlich tolle Fässer dienten diesem Whisky als Gastgeber. Einfach schmackhaft, intensiv, angenehm würzig und wahnsinnig voluminös. Eine absolut gute Entscheidung diesen Whisky zu kaufen. Die Konsistenz ist absolut faszinierend, denn man hat fast das Gefühl, dass dieser Whisky im Mund mehr werden würde. Dies führt auch dazu, dass die 54,3% unglaublich mild erscheinen. 

 

Abgang: Kräftig, schwer und doch fruchtig wandert der Bunna die Kehle hinab. Dadurch bleibt er wirklich lange erhalten. Wunderbar. 

 

Fazit: Ein schöner schwerer Pedro Ximenez Sherry-Whisky. Das Finish wurde perfekt angesetzt. Nicht zu lange, nicht zu kurz. Die verwendeten Fässe dürften mit Sicherheit für viele Jahre Heimat für diese spanische Leckerei sein. Wenn man dem Bunna oder seinen Machern böse wollte, dann würde man behaupten, dass er vielleicht einen Tick zu einseitig ist. Einfach ein Sherryfass gelagerter oder überlagerter Whisky. Meiner Meinung nach nicht. Genau das was ich lange für meine Sammlung gesucht habe. 

 

PS: Bemerkenswert finde ich, dass die von der Destillerie veröffentlichten Notes nahezu voll zutreffen und nicht abgedreht oder künstlich wirken. Ehrlich und lecker. Ich weiß, warum das meine Lieblingsdestille ist!


#20 Miltonduff von "The Barreliers"

 

Destillerie: Miltonduff

Destilliert: 31.05.2011

Abgefüllt: 04.12.2017

Fassart: Bourbon Barrel

Fass-Nr.: 800520

Vol.: 62,1 %

 

Nachdem die erste Abfüllung durchaus zu überzeugen wusste und am Ende nun auch ausverkauft war, machten sich die Gebrüder Hayn auf die Suche nach dem nächsten Fass. Ein Miltonduff aus dem Bourbon-Fass, auch wieder 6 Jahre alt, wurde es also dieses Mal! Ich bin gespannt und freue mich auf die Probe von Chris! Vielleicht präsentieren wir Euch dann in Zukunft auch wieder ein Fassprojekt mit dem Whisky von "The Barreliers", denn die erste Edition wusste durchaus zu überzeugen.

 

 

Farbe: Helles Stroh

 

Nase: Nachdem der Whisky einige Minuten im Glas atmen durfte, ging es ans erste Riechen. Schöne Bourbon-Noten strömen mir entgegen, begleitet von intensiven Shortbread- Aromen. Ich fühle mich direkt an meinen Besuch bei Walker's erinnert und muss leicht grinsen. Etwas im Hintergrund kann ich die schönen Werthers Karamell-Bonbons erahnen. Nach ein paar weiteren Minuten (und nach dem ersten Schluck) kommen helle Früchte hinzu. Ich meine mich an Banane erinnert zu fühlen. Das hatte ich bislang auch noch nicht, aber süßere Früchte scheiden doch eher aus. Die Nase weiß insgesamt zu überzeugen und macht definitiv Lust auf den ersten Schluck dieses leckeren Tropfens!

 

Geschmack: Im Mund breitet sich der Miltonduff langsam und gemächlich aus. Er besitzt eine wahnsinnige Fülle, schön ölig und ungeahnt würzig. Ich schmecke eine schöne malzige Süße, sehr angenehm und von einem Hauch Karamell begleitet. Nach einem zweiten Schluck kommen auch leichte Anklänge von Kräutern hinzu. Der hohe Alkoholgehalt von immerhin 62,1 % Vol. wirkt toll eingebunden, keine Schärfe oder störenden Noten. Auch im Geschmack kommen nach ein paar Minuten und dem ein oder anderen Schluck helle Früchte hinzu. Diese kann ich aber in diesem Fall nicht genauer beschreiben... vielleicht etwas aus einem bunt gemischten Obstsalat.

 

Abgang: Würzig und schön süß verabschiedet sich der Speysider. Er bleibt ungewohnt lange präsent, wenn man doch das junge Alter betrachtet. Ich muss sagen der Abgang gefällt mir sehr gut und wenn man sich die vorhandenen Rahmenbedingungen betrachtet, dann ist schon lobenswert!

 

Fazit: Ich bin sehr angetan und kann auch hier nur wieder gratulieren! Die längere Suche hat sich gelohnt und es kam dann doch noch die richtige Fassprobe. Gut gemacht! Ich kann Euch, sofern ihr auf eine etwas andere, junge Bourbonlagerung steht nur zu diesem Whisky raten. Ein schöner Einstiegsdram in einen Whiskyabend.

Ich werde diesen Miltonduff nochmal gemeinsam mit Tim verkosten und dann entscheiden wir, ob wir auch dieses Mal ein leckeres Fassprojekt hiermit starten! Ich bin auf jedenfall sehr sehr positiv angetan!!